Wer oder was – und wenn ja, warum?

Wer oder was - und wenn ja, warum?

So geht die Geschichte bis zu den Hopfenhäckern in der Weißenburger Straße  

Werner Schuegraf ist Brauer und hat schon ein bisserl was erlebt (soll heißen: „Nicht mehr der Jüngste“). Werner hat den Brauer gelernt und dann auch studiert. Ihn interessiert die Technik, die unterschiedlichen Raffinessen und Tricks im Herstellungsprozess. Damit kennt er sich aus. Unkonventionelle Lösungen für neue oder altbekannte Probleme faszinieren ihn.

Der Boom – Gasthausbrauerei

1984 geht’s los in Deutschland: kleine Brauereien entstehen. Die kupfernen Sudhäuser werden in den Gastraum gestellt. Drum herum breitet sich die Gastronomie aus. Der Gast feiert in der Brauerei. Die Diplomarbeit Ende der Achziger bringt einen Überblick – und einen Job in einer (fast) Münchner Gasthausbrauerei. Nach drei weiteren Installationen – und viel Erfahrung – geht’s in den Anlagenbau. Kleine Brauereien baut Werner auf der ganzen Welt und nimmt sie in Betrieb. Da bleibt’s nicht aus, dass die Berührung zum Thema „Craft Breweries“, wie sie zu der Zeit in den USA zuhauf entstanden sind, Spuren hinterlässt. Innovative Brauer machen Bier, das dem g’standenen deutschen Brauer die Nackenhaare stehen lässt. Aber das Potential hinter der Innovationskraft ist riesig. Das begeistert und wird zur Idee: deutsche Braukunst und amerikanische Freidenkerei zusammenbringen!

Faszination Fermentation

Die Fermentation, also die Gärung, fasziniert. In dieser wichtigsten Herstellungsphase geschieht die enzymatische Umwandlung von organischen Stoffen. Fermentation kennt man nicht nur in der Brauerei. Werner nutzt diesen wertgebenden Veredelungsprozess für die Herstellung natürlicher Gesundheitsprodukte der livQ AG auf neue Art. Unter dieser Marke wird fermentierte Naturkost nach den Richtlinien der EG-Öko-Verordnung hergestellt.

Beim Brauen wird Malzzucker in Alkohol und CO2 umgebaut. Das sind die „bekannten“ Umbauprodukte. Daneben hat jede Hefe ihr eigenes Stoffwechselspektrum. Und das schmeckt man!

So entstehen die ersten Hopfenhäcker Typen

2013 kommt der Schubser. Ein Freund gibt den Anstoß. Den amerikanischen Homebrewer Matt, der seine praktische Zeit in einer kleinen deutschen Brauerei macht und dann zu Doemens (www.doemens.org) will, seinen Meister machen, hat er auf dem Münchner Braukunst-Festival getroffen. Die beiden haben viele Versuche unternommen. Matt bringt aus seiner Heimat den amerikanischen Craft-Einfluss mit, Werner die handwerkliche Braukunst und den Hang zur kreativen Perfektion.

Hier wird uns auch der Name klar. Was ist ein Hacker? Hacker [hacker]: “In seiner ursprünglichen Verwendung bezieht sich der Begriff Hacker auf Tüftler im Kontext einer verspielten selbstbezüglichen Hingabe im Umgang mit Technik.(www.wikipedia.org) „Ein Hacker ist jemand, der versucht einen Weg zu finden, wie man mit einer Kaffeemaschine Toast zubereiten kann“.(www.wikipedia.org) Im Unterschied zur Improvisation, die der Lösung auftretender Probleme dient, geht es hierbei auch um das Experimentelle, den Versuch, die Grenzen des Machbaren zu erkunden. Die Durchführung der Aktivitäten wird Hacken genannt;(www.wikipedia.org) eine Art einfallsreiche Experimentierfreudigkeit (playful cleverness) mit einem besonderen Sinn für Kreativität und Originalität. Das Ergebnis ist ein Hack = (Hopfen)Hack(er)!

Übrigens: Matt hackt jetzt in seiner Brauerei in Illinois: www.riggsbeer.com

2016 ist es so weit: Die Hopfenhäcker ziehen in der Weißenburger Straße ein

Endlich darf Werner wieder eine Brauanlage bauen. Diesmal seine eigene. Im typischen Haidhauser Hinterhof entsteht die erste Hopfenhäcker Brauerei in München. Dorthin bringt er seine seit mehr als zwei Jahren sorgsam entwickelten und erprobten Hopfenhäcker in Papierform und lässt sie dort in relevanten Mengen entstehen. Biere, die durch einfallsreiche Experimentierfreudigkeit mit einem besonderen Sinn für Kreativität und Originalität auffallen. Hopfenhäcker aus München – für die Welt!

«So schee war’s überhaupt no nia»

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